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Energie: Der Wasserstoff ist tot, lang lebe die Batterie!

Copyright by Michael Bockhorst Freitag, 22. Mai 2009
Wasserstoff statt Benzin oder Diesel ist out. Ob als Wasserstoff-Verbrennungsmotor oder als Energielieferant für eine Brennstoffzelle, die dann Elektromotoren treibt. Batterien und Elektromotoren ergeben eine bestechend einfache Antriebseinheit. Nur bezahlbar muß sie noch werden.

Im Jahre 1980 träumte so mancher davon, daß er im neuen Jahrhundert ein kleines Haus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach und einem Wasserstofftank samt Brennstoffzelle
im Keller bewohnen würden. Und nun, 2009? Ein Saurier-Haus mit 4000-Liter-Öltank. Die einzige Photovoltaik befindet sich in den vielen kleinen Solarlaternen.

Warum Brennstoffzellen und Batterien noch nicht marktreif sind

Brennstoffzellen sind daß, was sie vor 30 jahren waren: Ein exklusiver Energiewandler, der in den Bereichen Raumfahrt, entlegene Stromversorgungen für Handymasten oder Inseln seine Nische gefunden hat. Anwendungen, in denen jede Alternative unmöglich (Raumfahrt) oder zu teuer wäre (Insellösungen). So ist es nur richtig, daß - zumindest in den USA - die Forschungsgelder für Brennstoffzellen-Systeme zurückgefahren werden

Aber haben wir eine Alternative? Ja und nein. Ja: Wir haben Batterien. Nein: Sie sind keine vollwertige Alternative, da auch Batterien noch viel zu teuer sind, wenn es zum Beispiel um Elektrofahrzeuge geht. Sie sind im Vergleich zu einem Benzintank viel zu teuer. Auch wenn der Strom pro gefahrenem Kilometer billiger ist, fressen die Investitionskosten diesen Vorteil wieder auf.

Wieviel Energie muß eine Batterie speichern, damit ein Auto nutzbar wird? Autos mit 3 Liter Verbrauch an Diesel oder Benzin düften in 2-3 Jahren zu Standardmodellen werden. 3 Liter Benzin bringen einen genauso weit wie etwa 7.5 Kilowattstunden Strom. 300 Kilometer Reichweite wären schon ausreichend für all die Strecken, auf denen ein Auto bequem zu bewegen ist, also bis 100 Kilometer Entfernung hin und zurück; mit Reserve. Das macht dann 22 Kilowattstunden Speicherkapazität. Bei heutigen Batteriepreisen von 1000 Euro pro Kilowattstunde würde der Akku alleine 22000 Euro kosten. Das Auto käme dann mit 12000 sozusagen als Beigabe mit dazu! Würden Sie einen solchen Kleinwagen kaufen, wenn er 34000 Euro kostet? Wohl kaum.

Batterien marktfähig machen

Wie könnte man batterieversorgte Elektrofahrzeuge schmackhaft und vor allem bezahlbar machen? Dazu gibt es verschiedene Ansätze, die alle ihren Beitrag leisten:

  • Batterieforschung, staatlich unterstützt und mit Wettbewerbselementen. Eine X-Price für Batterien!
  • Intelligente Ausstattungsvariationen: Für den Kleinstreckenfahrer reichen vielleicht auch 5 Kilowattstunden- bei 25 Kilometer Fahrtstrecke hin und zurück. Und die Fahrt zum nächsten Bahnhof für weitere Reisen. Dann kostet die Batterie nur noch 5000 Euro und das Fahrzeug 17000 Euro. Wenn man sein Fahrverhalten ändert, dann baut man den Batteriespeicher aus.
  • Intelligentes Strommanagement: Autos treten als Stromspeicher im nationalen Stromnetz auf. Autos stehen herum, werden nur selten gefahren. Solange sie am Stromnetz hängen, können sie Strom aufnehmen, aber auch abgeben. Die Autobesitzer legen fest, zu welchem Preis sie Strom kaufen (billig), Strom verkaufen (teuer) und wieviel Reservekapazität sie behalten wollen.
  • Stromnetzbetreiber und Bürger gehen zusammen: Gerade Spitzenlast-Strom ist sehr teuer. Warum sollen die Bürger alleine für die Batterien ihrer Elektrofahrzeuge aufkommen? Mit 300 Euro Zuschuß kann sich ein Stromnetzbetreiber Speicherkapazitäten in den Autos ihrer Besitzer sichern.
  • Der Ausbau der Photovoltaik wird (am besten ohne weitere Subventionen) vorangetrieben und ist endlich sinnvoll, weil man diesen Strom speichern kann. Die Dachflächen, die dafür genutzt werden, stehen nicht in Konkurrenz mit irgend einer anderen Nutzung, was ein ökologisch sinnvoller Ansatz ist. (Und die Biosprit-Diskussion hat sich endlich erledigt: 150 ml Rapsdiesel pro Quadratmeter (1.5 Kilowattstunden) stehen 150 Kilowattstunden Solarstrom pro Quadratmeter entgegen!)

Fazit

Diese Konzepte sind vielleicht heute noch etwas radikal, aber in 2 oder 3 Jahren wird man diese Punkte umsetzen. Warum? Weil dies eine zwangsläufige Entwicklung ist!

Nur einen Akteur möchte man gerne stärker in die Pflicht genommen wissen: Vater (oder Mutter?) Staat. Jede Förderung der Forschung und Entwicklung im Bereich mobiler Stromspeicher ist eine gute Invetition in unsere Zukunft. Sie sichert Arbeitsplätze und uns allen eine langfristig zukunftsfähige Mobilität. Ohne die fatalen Risiken und Nebenwirkungen unserer heutigen mit Feuer betriebenen Fahrzeuge.

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