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Energie: Solarsubvention reloaded

Copyright by Michael Bockhorst Freitag, 22. Januar 2010

Die Photovoltaiksubvention durch die Regeln des Erneuerbare-Energien-Gesetzes soll angepasst werden. Dies ist dringend nötig. Auch, um die Photovoltaik-Systeme weiter zu optimieren.

Solarzellen Makroaufnahme

Hintergrund

Mit dem Stromeinspeisegesetz von 1990 begann eine Entwicklung, die dezentrale Stromerzeugung attraktiv gemacht hat. Dieses Gesetz hat den Boom der Windkraft überhaupt erst ermöglicht und den Grundstein für eine breite Förderung dezentraler erneuerbarer Energien gelegt.

Die Fortschreibung des Stromeinspeisegesetzes im Jahr 2000, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), hat die Erzeugung von Photovoltaik-Strom gefördert.

Das EEG sorgt für kalkulierbare Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien, die von den Stromversorgern gezahlt werden müssen. Die dabei entstehenden zusätzlichen Kosten werden auf die Strombezugspreise aller Stromkunden umgelegt.

Dieses Verfahren subventioniert (= "unterstützt") zum Beispiel die Erzeugung von Solarstrom auf den Dächern von Privathäusern oder Unternehmen, indem sie die Investition in die Anlagen für den Betreiber profitabel macht. Photovoltaikanlagen sind dadurch zu beliebten Investitionsprojekten geworden, es geht um Rendite aus der Solarförderung.

Die Degression (= fortschreitende Abnahme) der Vergütung verringert die Vergütung, um der zunehmenden Effizienz der Herstellung und des Betriebs von Stromerzeugungsanlagen Rechnung zu tragen: Eine Überförderung soll vermieden werden.

Subventionen sind gut, Subventionen sind schlecht

Subventionen helfen dabei, eine neue Technologie zu verbreiten, etwa die Photovoltaik: Die Massenherstellung von Solarmodulen führt normalerweise
  • zu effizienteren Produktionsmethoden und damit zu geringeren Kosten pro Einheit und
  • zu Wettbewerb, also der Teilnahme miteinander konkurrierender Unternehmen - ebenfalls mit dem Potential verringerter Kosten pro Einheit.
Subventionen können dadurch zu einer Steigerung der Effizienz bei der Herstellung von Solarmodulen führen.

Subventionen führen aber, sind sie zu hoch angesetzt, zum Stillstand in der technischen Entwicklung. Hohe Photovoltaik-Subventionen lassen ausreichend Geld zum (Klein-)Investor fließen, so dass er seine gewünschte Rendite erhält. Die Hersteller können aber trotz sinkender Produktionspreise die Verkaufspreise aufrechterhalten und ihre Gewinne steigen. Die Allgemeinheit der Strombezieher zahlt dafür im Rahmen des Umlageverfahrens.

Überhöhte Subventionen verhindern Innovation. Warum soll ein Hersteller für Photovoltaikanlagen seine Solarmodule weiter optimieren oder in neue Technologien, etwa die Silicon-on-Glass-Technologie investieren, wenn die alte Technologie hohe Gewinne abwirft?

Die "grünen" Technologien sind auch nur so grün, wie sie mit Ressourcen umgehen. Herstellungspreise spiegeln die Ressourcencurrebkosten. Dabei helfen bei der Herstellung ein geringerer Materialaufwand, ein reduzierter Energieeinsatz und möglichst wenige Prozessschritte mit den am wenigsten umweltgefährdenden eingesetzten Substanzen.

Hier ist Innovation gefragt. Unternehmen wie Nanosolar (Kalifornien, USA) oder die CSG Solar (Thalheim, Deutschland) haben Methoden entwickelt, die mit geringen Rohstoffmengen auskommen und elegante Herstellungsprozesse verwenden.

Die geplante Zukunft der Photovoltaikvergütung

Zum 1. Juli diesen Jahres
  • sollen die Vergütungssätze für Dachanlagen um 15 Prozent abgesenkt werden, zusätzlich zu den 9 Prozent Degression, die im EEG verankert ist.
  • wird die Vergütung für Solarkraftwerke auf Landflächen um 25 Prozent abgesenkt, dafür dürfen nun auch nach 2014 solche Freiflächenanlagen gebaut werden
  • der Eigenverbrauch von Solarstrom wird unterstützt: zunächst mit 4 Cent pro Kilowattstunde, in Zukunft mit ca. 10 Cent pro kWh. Die Stromnetze werden dadurch entlastet, weil der Strom nahe beim Erzeuger verwendet wird.
Zusätzlich wird die Solarförderung von dem Ausbau abhängig gemacht: Je stärker der Ausbau, desto höher die Degression und damit geringer die Förderung.

Quellen / weitere Recherche:


ein Kommentar

Zum Strommarkt und zur dezentralen Stromerzeugung haben wir zwei Interviews zum reinhören:
http://detektor.fm/wirtschaft/grosskraftwerke-oder-dezentrale-energieerzeugung/
detektor.fm (URL) - Donnerstag, 11. März 2010


 

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