BLOG auf www.energieinfo.de→Artikel

System Erde: Klima und IPCC im Wandel

Copyright by Michael Bockhorst Dienstag, 26. Januar 2010
Das Klima auf unserem Heimatplaneten verändert sich. Der IPCC, das Intergovernmental Panel on Climate Change (= Überstaatlicher Ausschuss für Klimawandel), gelangt aufgrund fachlicher Fehler in seinem 4. Assessment Report zunehmend in die Kritik. Zu Recht, und Anlass für einen Wandel beim IPCC.

Das IPCC steht vor einer Sisyphus-Aufgabe

Das Klimasystem unseres Planeten ist nur teilweise verstanden. Das Problem bereiten die vielen weißen Stellen auf der Landkarte der einzelnen Untersysteme, die ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen. Wenn auch die Oberfläche unseres Planeten dank Satellitenfotos bestens kartiert ist, die Funktionen des Systems Erde sind noch weit von einer vollständigen Kartierung entfernt.

Die Wettererscheinungen variieren von Tag zu Tag, einem jahreszeitlichen Rhythmus folgend. Darüber gibt es andere Rhythmen, etwa die den El-Ninjo-Effekt und Sonnenzyklen. Und das Klima ist über mehrere Jahrzehnte gemitteltes Wetter.

Wissenschaftler müssen im Trüben fischen und sollen daraus konkrete Ergebnisse zusammenfassen. Durch Satellitenbeobachtungen, logisches Denken und experimentelle Simulation des Klimasystems der Erde.

Der Klimawandel ist eng damit verbunden, wie wir mit dem System Erde umgehen. Energienutzung ist heute mit gigantische Kohlendioxid-Mengen verbunden, die wir in die Erdatmosphäre blasen. Änderungen in der Nutzung von Landflächen und der Ernährung verändern das Erdsystem ebenfalls und beeinflussen das Klima. Daran hängt wiederum unser heutiges Wirtschafts-System.

Jede Aussage zum Zustand und zur Zukunft des Klimasystems unseres Planeten führt zwangsläufig zu einem Aufschrei. Der einen oder der anderen Interessengruppe.

Interessengruppen und Lobbyisten

Der Focus liegt meist auf der klassischen Interessengruppe: Diejenigen, die mit Kohle, Öl und Erdgas ihre Geld machen. Die dazugehörenden Lobyisten könnnen nicht daran interessiert sein, dass erneuerbare Energien gefördert werden, um die fossilen Brennstoffe abzuschaffen.

Gibt es auch Lobbyisten, die den Klimawandel für ihre Zwecke ausnutzen wollen? Natürlich. Sie unterstützen alle die Techniken, die den Ersatz der fossilen Brennstoffe vermeintlich oder wirklich ermöglichen.

Die Einführung einer Steuer auf Kohlendioxid-Emissionen würde unmittelbar den Verkauf von Windturbinen, Photovoltaiksystemen, Wärmepumpen, Gebäudeisolation oder Elektroautos ankurbeln. Die Einführung einer CO2-Steuer wiederum hängt unmittelbar davon ab, inwieweit CO2-Emissionen als Gefahr für die Stabilität des Klimasystems der Erde angesehen werden.

Es ist offensichtlich, das der IPCC kein Lobby-Verband für fossile Brennstoffe ist. Aber schon der geringste Verdacht, dass er die Lobby der erneuerbaren Energien unterstützen würde, untergräbt seine Glaubwürdigkeit.

Wie könnte sich der IPCC wandeln?

Laut Stellungnahme des IPCC mit dem Titel "IPCC statement on the melting of Himalayan glaciers" (URL s.u.) haben interne Überprüfungsmechanismen versagt. Die Aussage, dass die Gletscher des Himalaya bis 2035 bis auf 20 Prozent ihrer ursprünglichen Ausdehnung zurückgehen, ist offensichtlich haltlos. Ein Fehler, der in der entsprechenden Stellungnahme von den Spitzen des IPCC auf die mangelnde Anwendung strenger IPCC-Regeln kritisiert wird.

Vielleicht liegt dort das Problem: Das IPCC-Bureau hat 31 Mitglieder und die Task Force/Taks Group noch einmal 12 Mitglieder. Sie sind der Dachverband, welcher die Autoren auswählt. Die Autoren erstellen die Artikel für die IPCC-Berichte und begutachten Sie nach einem festgelegten Verfahren. Dabei sind die Autoren keine Mitglieder des IPCC, sondern Wissenschaftler, die temporär unter dem Dach des IPCC zu dessen Berichten beitragen.

  • Das IPCC überträgt die Verantwortung für den Inhalt der Berichte an die temporär mitarbeiten Autoren, steht aber als Organisation für die Inhalte.
    Eine bessere Ausstattung des IPCC mit für die Inhalte verantwortlichem Personal könnte die Verantwortung für die Richtigkeit der Inhalte übernehmen. Dadurch würde die derzeitige Verantwortungsdiffusion zwischen dem IPCC und den Autoren verringern.
  • Das IPCC sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, es würde Partei ergreifen.
    Abhilfe könnte eine erhöhte Transparenz schaffen: Die IPCC-Spitzen legen Beteiligungen an Organisationen und Einkommensquellen offen, die über die Website des IPCC eingesehen werden können.
  • Der IPCC muss ein hochkomplexes Thema vermitteln. Dieses Thema sollte auch dem naturwissenschaftlich nicht vorgebildetem Bürger vermittelt werden.
    Abhilfe könnte eine verstärkte Auklärungsarbeit sein, die sich in Sprache und Inhaltsvermittlung an den Möglichkeiten des Nicht-Wissenschaftlers orientiert. Ein breites Verständnis der Klima-Zusammenhänge und vor allem der leider zwangsläufigen Unschärfe vieler Fakten würde dem IPCC zu einer verbesserten Akzeptanz verhelfen.

Ob wir den Klimawandel und vor allem unseren Einfluß auf das Erdklima für bewiesen oder für eine Erfindung halten -- jeder sollte daran interessiert sein, dass es fundierte wissenschaftliche Belege gibt, die vor allem nachvollziehbar sein müssen.

Quellen im WWW:

gesetzte Tags: ,

 

Navigation