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Energie: Warum Glühlampen gar nicht so schlecht sind ...

Copyright by Michael Bockhorst Samstag, 15. August 2009
Bald werden Glühlampen verboten. Zumindest in Europa. Wie gut ist diese Entscheidung wirklich?

Gute Glühlampen sind fast so gut wie schlechte Energiesparlampen

Gute Glühlampen und besonders ihre Abkömmlinge, die Halogenlampen, sind fast so gut wie schlechte Leuchtstofflampen. Grau ist alle Theorie: Der Wirkungsgrad von Energiesparlampen sei 7mal so hoch, hieß es vor 10 Jahren. Heute schreiben renommierte Firmen auf die Packung, dass ihre Leuchtstofflampen 5mal so viel Licht pro Watt Stromverbrauch erzeugen. Nun, 10 Minuten nach dem Einschalten der Lampe stimmt dies. In den ersten 10 Sekunden ist das Licht oft so funzelig wie das eines Feuerzeugs.

Der Mythos von der langen Lebensdauer

Wenn Energiesparlampen wirklich 10000 Stunden durchhalten würden, lebten sie 10 mal länger als eine Glühlampe. Aber gute Halogenlampen schaffen auch schon 4000 Stunden Betriebsdauer. Und nicht jede Energiesparlampe hält auch nur 3000 Schaltzyklen durch. 3000 Schaltzyklen sind in einem Treppenhaus, in dem das Licht häufig ein- und ausgeschaltet wird, nach einem Jahr erreicht. Die Leuchtstofflampe ist hinüber und muss als Sondermüll entsorgt werden.

Licht ist nicht gleich Licht

Licht ist nicht einfach gleich Licht. Die spektrale Zusammensetzung bestimmt, wieviel von welcher Lichtfarbe in dem Licht enthalten ist. Jeder kennt das warme Licht der Abendsonne und das kalte Licht am Mittag oder einem grauen Herbsttag. Die spektrale Zusammensetzung spielt also in unser Empfinden hinein. Kaltes Energiesparlampen-Licht lässt uns die Heizung aufdrehen und der Mehrverbrauch steigt um ein vielfaches im Vergleich zu einer Beleuchtung mit Glühlampen.

Licht aus Energiesparlampen ist immer etwas diffus, weil es von einer großflächigen Lichtquelle kommt. Nur Glühlampen sind in der Lage, Licht nahezu punktförmig in ausreichender Menge zu erzeugen. Dadurch läßt es sich mit Spot-Lampen zielgerichtet einsetzen. Leuchtdioden sind auf dem Weg zu einem Glühlampenersatz, hinken aber noch bei der spektralen Zusammensetzung und der Lichtmenge, die pro Leuchtdiode erzeugt werden kann.

Friedliche Koexistenz ... oder the Best of all Worlds

Alle Leuchtmittel - Glühlampen, Leuchtstofflampen, Leuchtdioden - haben ihre Berechtigung. Sie erfüllen ihren Zweck optimal, je nach Anwendung.

Glühlampen, am besten Halogenlampen sind immer dann optimal, wenn

  • Licht guter Farbqualität benötigt wird, etwa diffizile Handarbeit, Beleuchtung von Bildern, etc.
  • Lampen sehr häufig und kurz geschaltet werden, etwa im Treppenhaus, in einem Vorratsraum
  • eine Lampe nur mit einer Glühlampe harmoniert - z.B. alte Lampen, Lampen mit bunten Glasschirmen
Leuchtstofflampen (Energiesparlampen, Röhren, etc.) sind immer dann optimal, wenn
  • Licht ausreichender Menge über einen längeren Zeitraum benötigt wird. Dies gilt für Arbeitsbereiche in Küche und Werkstatt, dauerhaft beleuchtete Treppenhäuser
  • Licht langfristig benötigt wird, also Akzentbeleuchtung in Wohnräumen, Sicherheitsbeleuchtung im Außenbereich
  • hochwertige Leuchtstofflampen (ca. 10 EUR pro Einheit) verwendet werden. Diese können in weiten Bereichen Glühampen ersetzen.

Leuchtdioden sind optimal, wenn

  • eine lange Lebensdauer (ca. 50000 Stunden, 5 Jahre Dauerbetrieb!) gefordert sind. Z.B. an schwer zugänglichen Stellen, Notbeleuchtung, etc.
  • nur Leuchtdioden ausreichend klein sind
  • eine geringe Abwärme - z.B. aus Sicherheitsgründen - gefordert ist
  • sehr geringe Lichtmengen benötigt werden - Nachtlichter, Wegmarkierungen mit Solarlampen, etc.
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