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Energie: Energie- und Zeitverschwender: "Moderne" Webseiten!

Copyright by Michael Bockhorst Samstag, 31. Juli 2010
Sie haben einen 6000 Kilobit-Internetzugang und trotzdem geht der Seitenaufbau quälend langsam von statten? Dann brauchen Sie einen neuen PC - oder die Anbieter von Webseiten gehen einmal in sich und optimieren diese, um IHREN Energie- und Zeitbedarf zu verringern!

6000 Kilobit, was sagt uns das?

6000 Kilobit bedeuten eine Übertragungsrate vom Webanbieter zum eigenen Rechner von etwa 600 Kilobyte pro Sekunde. Das hilft auch noch nicht unbedingt weiter. Aber das:

600 Kilobyte entsprechen etwa 300 Buchseiten Text ohne Grafik aber mit Formatierung!

Oder in anderen Worten:

Mit einer typischen Breitband-Anbindung können Sie pro Sekunde ein Taschenbuch herunterladen!

Warum dauert es aber oft so lange, bis ein Online-Zeitungsartikel mit gerade einmal einer Seite Text angezeigt wird? Es ist das "Drumherum", also die verschiedenen Verzierungen und die Werbeeinblendungen. Dabei sind besonders die bewegten Bilder, die in zunehmender Zahl und Größe angezeigt werden, für eine dauerhafte Belastung des Prozessors auf Seiten der Nutzer der Webseiten verantwortlich.

Internetseiten im Vergleich

Die geladenen Objekte sind Energie- und Zeitverschwender. Schließlich müssen Webserver und Ihr Browser für jedes einzelne Objekt, welches heruntergeladen wird, mehrfach Informationen austauschen. Das kostet Strom für alle beteiligten Computer, aber auch die gesamte Netzwerk-Technik, die für die Datenübermittlung notwendig ist.

Die CPU-Last nach dem Laden der Startseite kostet ebenfalls Energie und Zeit: Ein Prozessor, der arbeitet, braucht mehr Strom. Wenn ein Prozessor für eine Aufgabe arbeitet, kann er andere Aufgaben meist nur langsamer erledigen. Gerade beim Recherchieren nach Informationen im Web öffnet man gerne mehrere Fenster. Wenn jedes Fenster 10, 20 oder 30 Prozent der Rechnenleistung beansprucht, ist der Computer schon bei 5 oder 10 gleichzeitig geöffneten Webseiten am Anschlag.

Einige Webanbieter sind beispielhaft in der folgenden Tabelle genannt. Dabei ist zu beachten, dass die Ergebnisse von mehreren Faktoren abhängen: Vom aktuellen Angebot auf der Startseite, der Rechnerausstattung des Nutzers und dem verwendeten Internet-Browser. Die angegebenen Werte sind daher als Richtwerte aufzufassen:

Internetseite
ObjekteB-1

CPU-LastB-2

Grosse Boulevard-Zeitung: 250 ************- 75 ***************  
Online-Tageszeitung/1 120
******
0
 
Magazin - Fernseh
150
******-
15
***
 
Magazin - Computer
120 ******
0

 
Grosskonzern - Energieversorger 40
**
0

 
Grosskonzern - Elektronik,Anlagenbau 100 *****
7
*-
 
Grosskonzern - Mobilfunkanbieter 120
******
0

 
Bundesministerien ca. 100 *****
0-5
-  
Organisation - Erneuerbare Energien
Ca. 60
***
15
***
 
Organisation - Oekologie Ca. 200
**********
15
***
 
Parteien - B90/Gruene 120 ******
20
****
 
Parteien - CDU
60 ***
3
-
 
Parteien - Die Linke
40 **
0

 
Parteien - FDP
40
**
0

 
Partein - SPD
80
****
12
**-
 
www.energieinfo.de 10
-
0
   
  • B-1: Zur Anzeige der Startseite geladene Objekte angezeigt via Werbefilter Adblock Plus
    OS: Linux, Browser: Firefox 2.0.0.21, Startseite, Browsergroesse: ca. 1200 x 1200 Pixel
  • B-2: CPU-Last nach dem Laden der Seite via "top", Prozesse: firefox-bin, X, System: 3 GHz P-IV, 2.5 GByte RAM, Chipset-Grafikkarte
    OS: Linux, Browser: Firefox 2.0.0.21, Startseite, Browsergroesse: ca. 1200 x 1200 Pixel

Aber es gibt ja Abhilfe

Kaufen Sie einen neuen Computer. Neue Prozessoren mit 4 CPU-Kernen, 4 GByte Speicher und leistungshungrigen Grafikkarten sind bestens dazu geeignet, die ressourcenintensiven Webseiten so mancher Anbieter effizient darzustellen. Dann können Sie auch endlich Ihre 6000 Kilobit oder gar 16000 Kilobit pro Sekunde an Bandbreite genießen. Zumindest die nächsten 6 Monate. - Nun, das war nicht ernst gemeint.

Die Anbieter sollten sich darum kümmern, dass ihre Webseiten (wieder) effizienter werden. Das schließt eine attraktive Aufmachung und Werbung in keiner Weise aus. Ein Zuviel an blinkenden herumwirbelnden Anzeigen und Plugins kann auch dazu führen, dass die Nutzer der Webseiten wegbleiben. Oder keine Lust mehr haben, sich eine halbe Minute Wartezeit bis zur Anzeige der gesuchten Information zu gedulden. Oder einen Werbefilter installieren und dadurch nicht mehr für den Anbieter "erreichbar" sind.

Un noch ein Gedanke, ein sozialer Aspekt: Darf es sein, dass der Zugang zu Informationen davon abhängt, ob sich jemand einen aktuellen Computer und eine schnelle Verbindung leisten kann? Es ist schon irritierend, dass gerade eine Organisation, die sich um ökologische Belange kümmert, eine so komplexe Website hat, dass diese von den Betroffenen kaum geladen werden kann: Mangels verfügbarer Bandbreite und schneller Rechnerausstattung.

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