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System Erde: Living Planet Report 2010 des WWF erschienen - 2030 zweifache Übernutzung der Erde zu erwarten

Copyright by Michael Bockhorst Donnerstag, 14. Oktober 2010

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Die dramatischste Aussage des Reports: Im Jahre 2030 werden wir doppelt so viele Ressourcen aus dem System Erde abziehen, wie die Erde erneuern kann. Wir bräuchten schon dann eine zweite Erde.

Zwei Indizes als Bewertungs-Grundlage

Jeder Index, der der Beschreibung von Systemen dient, kann natürlich in Frage gestellt werden. Aber gerade ein so komplexes System wie unsere Erde kann nur durch Modelle verstehbar beschrieben werden.

Der Living Planet Index beschreibt den Zustand verschiedener Ökosystem-Arten, etwa der Landflächen oder der Meere. Dieser Index gibt den Zustand des Systems Erde wieder aus der Perspektive der Ökosysteme wieder. Der Living Planet Index steht dabei auch für die Ressourcenproduktivität der jeweiligen Ökosysteme.

Der Ökologische Fußabdruck gibt an, inwieweit Menschen die Ökosysteme in Anspruch nehmen. Er beschreibt, wie hoch der Konsum der Erdressourcen durch den Menschen ist.

2 Erden im Jahr 2030

Im Jahr 2030, so lautet die Prognose, werden wir 2 Erden benötigen, um unseren Ressourcenbedarf zu stillen. Dies zeigt, dass wir die Übernutzung des Systems Erde weiter vorantreiben werden, sie liegt heute schon bei dem Faktor 1,5.

Das System Erde ist sehr stabil, dennoch wird eine solche dauerhafte Überlastung dazu führen, dass sich viele Parameter des Systems Erde zumnindest regional stark verändern werden: So z.B. die Biodiversität (= Artenvielfalt), die Verfügbarkeit von Trinkwasser, die Qualität von Böden auf Feldern, Weiden und in Wäldern.

Systeme können auch vollkommen neue Zustände erreichen. Wenn ein Holzstab gebogen wird, bleibt er zunächst ein Holzstab, der einfach leicht gekrümmt ist. Wird er stärker gebogen, verliert er seine Integrität: Er zerbricht in zwei Teile, was einer deutlichen Änderung im vergleich zum ursprünglichen Zustand is.

Das System Erde ist kein einfacher Holzstab, der einfach so zerbricht, wenn er zu stark gebogen wird. Dennoch kann auch ein solches, durch seine Komplexität stabilisiertes System, drastische Änderungen erfahren. Die Veränderung der Strahlungsbilanz in der Erdatmosphäre durch die Emission entsprechender Spurengase (-> Treibhausgase) bietet das Potential zu dramatischen Zustandsänderung über positive Rückkopplungen.

Eine fundierte Warnung- und ein Auftrag zum Umdenken

Der Living Planet Report ist eine fundierte Warnung, dass unser Ressourcenhunger entweder auf Diät gesetzt wird. Oder wir finden Wege, unseren Ressourcenhunger auf eine Weise zu stillen, die den Ökologischen Fußabdruck verringert und den Living Planet Index auf einen vernünftigen Wert ansteigen lässt.

Quellen im Internet

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