Kernkraftwerk
Ein Kernkraftwerk ist ein thermisches Kraftwerk, welches die aus der Kernspaltung freigesetzte Wärmeenergie zur Stromerzeugung z.B. eine über Dampfturbinen benutzt. Die Wärme-Erzeugung findet in dem Kernreaktor statt.
Einteilung nach Generationen
Kernkraftwerke werden derzeit -- gemäß ihren Reaktoren/Sicherheitseigenschaften -- in 4 Generationen eingeteilt:
- Generation-I-Reaktor/Kernkraftwerk: Alte, heute nicht mehr betriebene erste Kernreaktoren, üblicherweise Leichtwasserreaktoren.
- Generation-II-Reaktor/Kernkraftwerk: Die derzeit am weitesten verbreiteten Leichtwasserreaktoren
- Generation-III-Reaktor/Kernkraftwerk: Derzeit in Entwicklung und im Bau befindliche Reaktorlinie, deren bekanntester Vertreter der European Pressurized Water Reactor (EPR) ist. Sie zeichnen sich durch deutlich höhere Sicherheit gegenüber den Generation-II-Systemen aus.
- Generation-IV-Reaktoren: Derzeit (wieder) stark in Entwicklung befindliche Reaktoren, die allesamt Hochtemperaturreaktoren sind. Sie können sogar so konstruiert werden, daß eine Kernschmelze ausgeschlossen werden kann. Sie gelten als extrem sicher. Ein früher Vertreter ist der 1986 durch die damalige NRW-Landesregierung (SPD) aus politischen Gründen stillgelegte THTR-300-Hochtemperaturreaktor.
Aufbau von Kernkraftwerken und Anwendungsbereiche
Kernkraftwerke sind unterschiedlich aufgebaut entsprechend des Reaktortyps, der als Wärmequelle dient; die entsprechenden Schemata des Kraftwerksaufbaus sind in bei den einzelnen Reaktortypen angegeben (Daten aus [BMWI1999]):
- Druckwasserreaktor (Ein Leichtwasserreaktor)
- Siedewasserreaktor (Ein Leichtwasserreaktor)
- Schwerwasserreaktor
- Hochtemperaturreaktor
Kernkraftwerke haben ähnliche ,,elektrische Eigenschaften`` wie Kohlekraftwerke: Sie tragen zur Grundlastversorgung bei, können also nicht schnell zu- oder abgeschaltet werden; Großkraftwerke beider Kraftwerkstypen haben Leistungen von etwa GWelektrisch pro Kraftwerkseinheit.
Kernkraftwerke in Deutschland
Derzeit (Stand 09/2010) werden 17 Kernkraftwerke in Deutschland betrieben. Die Tabelle fasst die Kernkraftwerke und einige ihrer Eigenschaften zusammen. Desweiteren sind stillgelegte kommerzielle und experimentelle Kernkraftwerke aufgeführt.
| Kernkraftwerke in Betrieb | |||
|---|---|---|---|
| Lfd. Nr. | Bezeichnung | Reaktor-Typ | Inbetrieb- nahme |
| 1 | Biblis A | Druckwasserreaktor | 1975 |
| 2 | Neckarwestheim 1 | Druckwasserreaktor | 1976 |
| 3 | Biblis B | Druckwasserreaktor | 1977 |
| 4 | Brunsbüttel | Siedewasserreaktor | 1976 |
| 5 | Isar 1 | Siedewasserreaktor | 1977 |
| 6 | Unterweser | Druckwasserreaktor | 1978 |
| 7 | Philippsburg 1 | Siedewasserreaktor | 1979 |
| 8 | Grafenrheinfeld | Druckwasserreaktor | 1981 |
| 9 | Krümmel | Siedewasserreaktor | 1983 |
| 10 | Gundremmingen B | Siedewasserreaktor | 1984 |
| 11 | Philippsburg 2 | Druckwasserreaktor | 1984 |
| 12 | Grohnde | Druckwasserreaktor | 1985 |
| 13 | Gundremmingen C | Siedewasserreaktor | 1984 |
| 14 | Brokdorf | Druckwasserreaktor | 1986 |
| 15 | Isar 2 | Druckwasserreaktor | 1988 |
| 16 | Emsland | Druckwasserreaktor | 1988 |
| 17 | Neckarwestheim 2 | Druckwasserreaktor | 1989 |
| Kernkraftwerke außer Betrieb | |||
| Lfd. Nr. | Bezeichnung | Reaktor-Typ | Inbetrieb- nahme |
| 18 | Obrigheim | Druckwasserreaktor | TBD |
| 19 | Mühlheim-Kährlich | Druckwasserreaktor | TBD |
| 20 | Stade | Druckwasserreaktor | TBD |
| Prototyp-Kernkraftwerke / stillgelegt | |||
| Lfd. Nr. | Bezeichnung | Reaktor-Typ | Inbetrieb- nahme |
| 21 | THTR-300 / Hamm-Üntrop | Hochtemperaturreaktor | TBD |
Kernkraftwerke Weltweit
Weltweit gibt es derzeit (Stand 2000) ca. 473 Kernkraftwerke, von denen 423 in Betrieb, 50 weiter im Bau sind, die Bruttoleistung der in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke beträgt nahezu 370GW - diese Angaben gelten für das Jahr 1998. Etwa 18 Prozent des weltweiten elektrischen Energiebedarfs werden mit Kernkraftwerken gedeckt, in Deutschland sind es annähernd 30 Prozent, in Frankreich gar 75 Prozent.
engl: nuclear power plant (NPP)
2007-12-30: ADD: Einteilung nach Generationen, Strukturierung
1999-06-12: INIT
