Kernschmelze
Auslegungsstörfall (oder GAU) bei Kernreaktoren des Typs Siedewasserreaktor (SWR) oder
Druckwasserreaktor (DWR):
Bei einem Ausfall der Hauptkühlmittelpumpe und aller - üblicherweise 3-4 - Notkühlsysteme erwärmt sich der Reaktorkern mit den Kernbrennstoff enhaltenden Brennelementen so stark, daß die mechanischen Strukturen zu Schmelzen anfangen. Die sogenannte Nachwärme, gebildet durch die zerfallenden Spaltprodukte, stellt die dazu notwendige Wärmeenergie zur Verfügung. Die Kettenreaktion ist zunächst erloschen, weil das als Moderator wirkende und die Kettenreaktion dadurch aufrechterhaltende Wasser fehlt.
Wenn allerdings die den Kernbrennstoff enthaltenden Brennelemente im Reaktorkern zusammenschmelzen, damit in einem kompakten Volumen vereinigt werden, kann die Kettenreaktion wieder in Gang kommen. Dies hat zur Folge, daß die Kerntemperatur wieder ansteigt. Im schlimmsten Fall ,,brennt`` sich der Kernbrennstoff durch den Reaktordruckbehälter und das Betonfundament des Reaktors durch.
Im EPR, dem European Pressurized Reactor, würde der Kern durch ein unter dem Reaktordruckbehälter befindliches Wasserbecken aufgefangen und gekühlt, damit er sich nicht weiter ,,durchfressen`` kann.




