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Beleuchtung im Haushalt - Energie und Geld sparen

ENERGIESPAR-INFO EI-SP-2007-003/Beleuchtung im Haushalt - Energie und Geld sparen Seite /4


Beleuchtung im Haushalt - Energie und Geld sparen

Beleuchtung ist ein wichtiges Thema im Haushalt. Auch wenn einzelne Lampen – abgesehen von den „klas­sischen“ Deckenflutern – nur relativ wenig Licht brauchen ... die Vielzahl der Lichtquellen führt dazu, dass immerhin 5-10 Prozent der Strom­kos­ten durch diesen Verbrauchs­be­reich entstehen.

Dieses Dokument behandelt folgen­de Punkte:

  • Die Auswahl der Lampen,

  • die Auswahl des Leuchtmittels,

  • die Anordnung von Lampen und

  • Sonderbeleuchtungen.

Kunstlicht vermeiden!

Der erste Schritt, Stromkosten durch Beleuchtung zu senken, liegt darin, das natürliche Sonnenlicht möglichst gut auszunutzen:

  • Große Fenster in der richtigen Ausrichtung nutzen,

  • Vorhänge und Jalousien so opti­mieren, dass sie viel Licht durch­lassen, aber Blendungen vermei­den,

  • Räume nicht unnötig zu dunkel ausstatten und

  • die Raumnutzung nach Lichtan­gebot und -bedarf anpassen.


it diesen Maßnahmen können Sie das Tageslicht viele Stunden länger nutzen und vermeiden so jeglichen Strombedarf; weiterhin nutzen Sie das uns natürlicherweise angeneh­mere Sonnenlicht!

Aber: Optimieren Sie Ihre Wohnung nicht so lange auf gute Lichtaus­nut­zung, bis Ihnen die Einrichtung nicht mehr gefällt!

Richtige Lampen

Beim Kauf von Lampen ist darauf zu achten, dass

  • das gewünschte Leuchtmittel auch in die Lampe hineinpasst. Beson­ders wichtig, wenn die meist etwas sperrigeren Energiesparlampen eingesetzt werden sollen,

  • die Lampe das Licht gut verwertet - dunkle Lampenschirme und star­ke Abschattung durch z.B. Metall­teile sind zu vermeiden – es sei denn, der Lampenschirm oder die Metall­teile reflektieren das Licht unter die Lampe oder an die Dec­ke und dass

  • die Lichtqualität – diffus oder kon­zentriert per Spot – für den Anwen­dungszweck geeignet ist.

Lampen sind ein wesentlicher Be­standteil einer Wohnung und müssen daher auch von der Ästhetik in eine Wohnung passen. Die beschriebe­nen technischen Kriterien müssen mit den ästhetischen Anforderungen in Einklang gebracht werden.

Das richtige Leuchtmittel

Der Begriff „Leuchtmittel“ steht für die Komponente, die das Licht aus Strom erzeugt – also eine Glühlam­pe, eine Energiesparlampe oder Leuchtdioden. Die verschiedenen Leuchtmittel werden kurz beschrie­ben und eingestuft:

  • Klassische Glühlampe:Ein erhitzter Draht leuchtet und strahlt Wärme ab. Der Wirkungsgrad der Licht­erzeugung liegt bei 2-3 Prozent, der Rest wird als Wärme frei.

  • Halogen-Glühlampe: Funktioniert wie eine Glühlampe, Spuren von Halogenen – z.B. Jod – erlauben aber eine höhere Temperatur des Glühfadens und dadurch höhere Wirkungsgrade. Sie liegen 3-4 Prozent, der Rest ist Abwärme.

  • Leuchtstofflampe: Mit einer Gasent­ladung wird ultraviolettes Licht er­zeugt, welches in speziellen Be­schichtungen in sichtbares Licht umgewandelt wird. Der Wirkungs­grad liegt bei 10-20 Prozent.

    Sie werden auch als Energiespar­lampen bezeichnet. Die kompak­ten Bauformen sind mit den Leuchtstoffröhren verwandt: Bei ihnen wird ein deutlich dünneres Rohr verwendet, welches „gefaltet“ ist, um einen kompakten Leucht­körper zu erhalten.

  • Leuchtdioden (LED): In einem Halb­leiter werden Lichtquanten einer Farbe er­zeugt. Weiße LED sind ei­gentlich blaue LED, deren Licht durch geeignete Stoffe teil­wei­se in das grüne und rote Spek­trum „ver­schoben“ wird. In der Summe ent­steht weißes Licht. Der Wirkungs­grad liegt bei etwa 15 Prozent.

Der Wirkungsgrad gibt an, wieviel im Strom enthaltene Energie in Licht­en­ergie umgesetzt wird. Mit einer Glüh­lampe wird also im Vergleich zur Leucht­stofflampe das etwa 5-fache an elek­trischer Energie benötigt.

Die Lichtqualität

Die Lichtqualität kann nach der Fo­kus­sierbarkeit und nach der spek­tra­len Verteilung, die die Farbwahr­neh­mung maßgeblich beeinflusst, unter­teilt wer­den.

Licht aus Glühlampen und Leucht­di­oden kann sehr gut fokus­siert wer­den und eignet sich dadurch für den Einsatz als Spot-Licht. Leuchtstofflampen lassen sich zwar in gewissem Rahmen fokussie­ren, besonders die Leuchtstoffröhren, ei­ne echte Lese- oder Akzent-Beleuch­tung kann aber mit ihnen nicht reali­siert werden.

Glühlampen erzeugen ein dem Son­nenlicht ähnliches Spektrum, weil es durch ähnliche Prozesse erzeugt wird. Ihr Farbton ist aber wärmer. Leuchtstofflampen und Leuchtdioden erzeugen das Licht anders, die Licht­qualität muss daher „aufge­peppt“ werden, was recht gut funktio­niert, aber – außer bei modernen Leucht­dioden – nicht an Glühlampenlicht herankommt.

Lichtverwendung

Eine optimale Beleuchtung wird dann erzielt, wenn diffuses und ausge­rich­tetes Licht jeweils gezielt eingesetzt werden. Leuchtstofflampen können dabei als energiesparendes Dauer­licht gut eingesetzt werden, in der „Leseecke“ liefert ein Halogen­strah­ler ausreichend kon­zentriertes Licht.

Auch die Schalthäufigkeit und Be­triebsdauer ist von wesentlicher Be­deutung für die einzusetzenden Leuchtmittel. Wird Licht häufig kurz benötigt – etwa in der Speisekammer – ist ein Glühlampe besser. Über der Arbeitsfläche in der Küche ist eine Warmton-Leuchtstofflampe wiede­rum besser als Glühlampen.

Generell sind die optimalen Lampen für den jeweiligen Verwendungs­zweck zu wählen, wozu hier einige Anregungen gegeben werden sollen.

Spezielle Lampen und Allgemeines

  • Deckenfluter: Deckenfluter geben reichlich Licht ab und bieten ein angenehm diffuses Licht. Sie sind aber meist mit einer stabförmigen 300-Watt-Halogen-Lampe ausge­stattet – der Energiebedarf ist dem­entsprechend hoch. Dazu kommt die Abwärme, die der Wär­meentwicklung von 3 (!) Personen entspricht. Gerade im Sommer kei­ne sinnvolle Lichtquelle. Bei etwa 3 Stun­den Einschaltdauer pro Tag entstehen Kosten von etwa 60 Eu­ro pro Jahr!

  • Lichterketten: Bei einfachen Lichter­ketten sind Leuchtdioden dann die Wahl, wenn sie über lange Zeiträu­me betrieben werden – bei Lichter­ketten, die nur für einzelne Partys eingesetzt werden, ist der 20-fache Strombedarf einer vergleichbaren Lichterkette mit Glühlämpchen nicht problematisch. Gleiches gilt für Lichtschläuche, die zunehmend auch als LED-Variante angeboten werden.

  • LED-Beleuchtungen: Sie sind noch in einer frühen Entwicklungsphase, aber werden sich wohl zunehmend durchsetzten. Im Bereich kleiner Orientierungslichter sind sie sehr sinnvoll, als Leselampen werden Hochleistungs-LED bald schon ei­ne nennenswerte Rolle spielen.

    Kleine solarbetriebene LED-Lam­pen sind als Wegmarkierung eine gute Alternative zu leitungs­ge­bun­denen Beleuchtungen, weil sie auf­wendige Erdarbeiten und perma­nenten Stromverbrauch vermei­den.

  • Generell: Achten Sie immer auf gu­te Leucht­mittel, gerade bei Ener­gie­sparlampen gibt es große Un­ter­schiede, wie schnell die Lampen schalten, wie gut die Farbwieder­gabe ist, wie schaltfest und lang­lebig sie sind.

  • Generell: Achten Sie immer auf gu­te Lampen, die dafür sorgen, dass das Licht dorthin kommt, wo es ge­braucht wird!

Sinnvoll Energie sparen!

Licht ist von wesentlicher Bedeutung für unser Wohlbefinden, daher sollte das Sparen nicht im Vordergrund ste­hen – was nutzen 30 gesparte Euros pro Jahr, wenn man sich die ganze Zeit über schlechtes Licht ärgert? Nichts!

Die Kostenseite: Als kleine Hilfe zur Kostenabschätzung noch folgende Formel: Eine Stromaufnahme von 10 Watt und eine Nutzung von 3 Stun­den täglich verursacht einen jähr­li­chen Strombedarf von 10 Kilowatt­stunden und Kosten von etwa 2 Eu­ro. Oder anders herum: Bei dem Ver­gleich einer 100-Watt- Glüh­birne mit einer 20-Watt-Energiespar­lampe kön­nen Sie bei der genannten Be­trieb­sweise 8 x 2 Euro pro Jahr an Stromkosten sparen! Über die Le­bensdauer von 10 000 Stunden = 10 Jahren sparen Sie also 160 Euro bei heutigen Strompreisen. Es ist also unerheblich, ob die Energie­spar­lam­pe 5 oder 15 Euro kostet!

Gönnen Sie sich also gute Lampen, dann können Sie sich für ein paar Euro mehr 10 Jahre an gutem Licht er­freuen!

Wohlbefinden: Das Licht muss stim­men, das ist besser für die Augen und für unseren Gemütszustand. Es lohnt sich nicht, im Dunkeln zu sit­zen, um ein paar Kilowattstunden zu sparen.


Daher:

Sinnvoll bei der Beleuchtung sparen!




Copyright: 2005-2007 by Dr. Michael Bockhorst


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Haftungsausschluß:

Alle hier vorgestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Eine Haftung für aus der Anwendung dieser Informationen eventuell entstehende Schäden wird nicht übernommen!

Copyright: Dr. M. Bockhorst www.energieinfo.de | Nutzungsbedingungen auf der Website abrufbar | Stand: 2007-06-01

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