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Energieinfo: Diverse
Produktbesprechungen ...
Hands on ...
High End Verstärker Trends Audio TA-10.1
Michael
Bockhorst 2008-03-14

Wie
groß kann ein kleiner Verstärker klingen? Das ist die Grundfrage, die
sich jeder stellen dürfte, der das kleine Kistchen auf einem Onkyo
CD-Spieler (DX-6850) der gehobenen Klasse sieht. Die Abbildung
zeigt die Größenverhaeltnisse deutlich. Eigentlich kennt man es eher
anders herum: Kompakter flacher CD-Player auf gigantischem
Vollverstärker.
Auf diesem Foto muß man also den Verstärker erst einmal suchen!
Daß dieser Artikel auf einer Website namens www.energieinfo.de
erscheint, läßt vermuten, daß auch der Energiebedarf
des TA-10.1 bewertet wird. Ein winziger Verstärker braucht wenig
Energie, weil er offensichtlich ohne massive Kühlkörper
auskommt.
Hier noch einmal eine Zusammenfassung der mir wichtigen Punkte:
- Klang, klang, klang!
Hohe Dynamik, gute Ortsauflösung von Instrumenten und Stimmen,
besonders bei guter Rock/Pop-Musik und Klassik von Piano-Stücken bis
hin zu Mahlers Sinfonie der Tausend (8. Sinfonie).
- Geringer Energiebedarf
100 Watt für einen Verstärker, der gerade einmal 50 Milliwatt Strom
an die Lautsprecher abgibt, ist unter Gesichtspunkten der Energieeffizienz blanker Unsinn
- Geringe Abwärme-Entwicklung
Dies ermöglicht es, die Komponenten ggf. hinter Glas zu setzen, um
auch die letzten Laufgeräusche des CD-Players zu tilgen. Und die Musikanlage heizt im
Sommer die Wohnung nicht noch zusätzlich auf.
- Geringe Abmessungen
Dies
ist kein wichtiges, jedoch sinnvolles Kriterium. Weniger Dinge in der
Wohnung = mehr effektive Quadratmeter!
Klangliche
Beurteilung
Der Trends Audio TA-10.1
sollte meinen altgedienten YAMAHA A-700 ersetzen, ein sehr guter
Verstärker, den man wahlweise im Klasse-A und im Klasse-A/B-Betrieb
fahren kann. Aufgrund der deutlich besseren Qualität im
Klasse-A-Betrieb wurder er fast nur in diesem Modus betrieben.
Allerdings bei einem recht hohen Stromverbrauch - dazu später mehr.
Kritisch muß man die Tatsache sehen, daß der TA-10.1 ein
volldigitaler Verstärker ist. Hier werden keine Ströme analog des
Eingangssignals erzeugt, die dann die Lautsprecher antreiben, sondern
über eine entsprechende Technik wird ein Signal erzeugt, welches
dem
entspricht, was die Lautsprecher bekommen sollen.
Dabei wird durch Strompulse unterschiedlicher Zeitdauer das Ausgangssignal
"modelliert". Das Verfahren nennt sich Pulsweitenmodulation. Der
TA-10.1 oder besser der in ihm werkelnde Tripath-Chip erzeugt diese
Pulse mit einer so hohen Frequenz, daß diese weit weg von den für den
Menschen hörbaren Frequenzen liegt. Dies sorgt dafür, daß
tatsächlich ein natürlicher Klang aus einem System kommen kann,
welches in seinem Inneren äußerst technisch ist!
Nach ausgiebigen Hörproben kann man nur einen Schluß ziehen: Der
TA-10.1 ist nicht nur ein würdiger Nachfolger für das YAMAHA-Schlachtschiff in
Punkto Dynamik. Vielmehr ist er dem - zugegebenermaßen 30
Jahre alten - System haushoch überlegen, indem sich der Klang
praktisch vollständig von den Lautsprechern ablöst, ohne dabei undefiniert zu klingen. Was im Raum
erklingt, ist reine Musik ohne einen Hinweis auf das Wirken von
Technik. Es entstehen keine Töne und kein Sammelsurium von Tönen, sondern reiner Klang.

Dabei wirken in komplexen klassischen Stücken mit vielen Instrumenten
(z.B. CHANDROS, Kabalevski: The Comedians, Nr.: CHAN 10052) die
Attacken der einzelnen Instrumentengruppen und Einzelinstrumente nahezu
körperlich. Bässe werden füllig und luftig wiedergegeben, wie man es aus einem guten Konzertsaal kennt.
In Mahlers Sinfonie Nr. 9 (Warner Classics, Nr.
256464316-2) klingt Blech nach Blech, Holz nach Holz, Saite nach Saite. Eine
vorzuegliche Aufnahme konnte mit dem TA 10.1 neu erlebt.
Rolling Stones' Love in Vain auf der CD STRIPPED (Virgin, CDV2801)
macht es einem unmöglich, die Augen zu schliessen. Mick Jagger und
seine Musiker scheinen im Raum zu sein!
Im
Zusammenspiel mit
selbstkonstruierten Lautsprecherboxen (BRAUN-Frequenzweiche mit
dickdrahtigen Kupferspulen und Folienkondensatoren sowie Visaton
Chassis je Box: 1 x DSM25FFL
Titan-Kalotte und 2 x NAC 130 Tief-Mitteltöner als Mitteltöner und
Baßlautsprecher) und dem vorzüglichen, wenn auch weit ueber 10
Jahre
alten Onkyo-CD-Player wird Musik dank des TA-10.1 erlebbar. Und dies
mit einer Ausrüstung, die gerade einmal ca. 1000 Euro kostet. (Trends
Audio TA-10.1: 180 EUR/CD-Player: 500 EUR, Boxenpaar: 350 EUR).
Energetische
Beurteilung
Wenn schon die klangliche
Verbesserung dramatisch ausgefallen ist - wie sieht es mit dem
Energiebedarf aus? Geht es wirklich, daß man beide Dinge
zusammenbringt, also geringen Energiebedarf und hohe Qualität des
eigentlichen Zwecks, der Musikreproduktion?
Der TA-10.1 beweist, daß dies ohne weiteres möglich ist. Der
Energiebedarf sinkt von etwa 100 Watt mit dem alten
Klasse-A-Verstaerker auf gerade einmal 2.8 Watt - dies bei guter
Hörlautstärke. Der Wirkungsgrad des im TA-10.1 verbauten
Tripath
Chips von 90 Prozent bis zu mittleren Lautstärken macht sich dabei
bemerkbar. Und wo 90 Prozent der Energie in den Lautsprecher
eingespeist wird, ist auch die
Abwärme kein Problem mehr. Von den 2.8 Watt Strombedarf entfallen
übrigens 1.1 Watt auf das Netzteil, welches glücklicherweise
lautlos
arbeitet - kein Pfeifen, kein Brummen! Würde der TA-10.1 zum
Beispiel
mit einer 12-Volt-Solarversorgung betrieben, begnügte er sich mit
schlappen 1.7 Watt!
Nun noch ein Beispiel für das Einsparpotential an Energie und
Stromkosten für verschiedene Nutzungsszenarien:
| Verstärker-Typ |
Stunden pro Tag |
Strombedarf |
kWh/Jahr |
Euro pro Jahr bei 25 Ct/kWh
(Ersparnis durch TA-10.1) |
| Trends
Audio TA-10.1 |
3 |
3
Watt |
3.3 |
0.82
EUR (REFERENZ) |
| YAMAHA A-700 Class-A |
3 |
100 Watt |
109.5 |
27.40 EUR
(26.60 EUR Einsp.) |
| Rotel BX-935 |
3 |
20 Watt |
21.7 |
5.50 EUR
(4.70 EUR Einsp.) |
| Trends
Audio TA-10.1 |
6 |
3
Watt |
6.6 |
1.65
EUR (REFERENZ) |
| YAMAHA A-700 Class-A |
6 |
100 Watt |
219 |
54.80 EUR
(53.00 EUR Einsp.) |
| Rotel BX-935 |
6 |
20 Watt |
43.5 |
11.00 EUR
(10.20 EUR Einsp.) |
Die
Tabelle zeigt, daß Stromkosten in erheblichem Umfang gespart
werden
können. Bei dem Ersatz eines stromhungrigen Verstärkers, der
100 Watt braucht und 6 Stunden am Tag genutzt wird, amortisiert
sich die
Anschaffung des TA-10.1 nach knapp 4 Jahren, bei einem "normal
stromfressenden" Hifi-Verstärker liegt die Amortisationszeit bei
etwa 10 Jahren. Bei Nutzungsdauern von 15-20 Jahren - wie sie bei mir
üblich
waren und wohl auch sein werden - lohnt sich die Anschaffung des
TA-10.1 allemal.
Gebrauchsfähigkeit
und Fazit
Einige
Einschränkungen muß man an dieser Stelle ansprechen: Der TA-10.1 hat nur einen einzigen
Eingang für CD oder Tuner
oder DVD-Spieler.
Man muß jedesmal die Cinch-Buchsen umstöpseln, wenn man
verschiedene Quellen nutzen will. Weiterhin
gibt es keinen 2. Lautsprecherausgang für ein weiteres Paar
Lautsprecher oder einen Entzerrer-Vorverstärker. Große
Räume in
Rockkonzert-Lautstärke zu beschallen ist aufgrund der geringen
Ausgangsleistung nicht möglich, es sei denn, die verwendeten
Lautsprecher haben auch ihrerseits einen sehr hohen Wirkungsgrad.
Dafür gibt es aber Musik
pur
bei vernünftigen Lautstärken, die ein großes
Orchester in einen mittelgroßen Wohraum holen, gleichzeitig
jedoch nachbarschaftsfreundlich bleiben. Und wem es letztlich genau um
diese
Punkte geht, wird den TA-10.1 zu
schätzen wissen.
Der TA-10.1 ist auch ein Leckerbissen für alle diejenigen, die gerne
Musik in bester
Qualität hören, dabei aber ihren ökologischen
Fußabdruch nachhaltig minimieren wollen, und zwar auf der ganzen Linie:
- Weniger
Energiebedarf (Faktor 20-30 im Vergleich zu konventionellen High-End-Verstärkern)
- geringere
Kohlendioxid-Emissionen (Faktor 20-30 ...)
- Ressourceneinsatz
(Faktor 10-30 ...)
- Solartauglichkeit
(12V Betriebsspannung und geringer Stromverbrauch)
Schon
der
TA-10.1 ist ein Produkt, welches nahezu perfekt ist, es
bleibt allerdings zu hoffen, daß diese Verstärker-Technik auch Einzug
in voll
ausgestattete Vollverstärker mit Eingangswahlschalter und etwas
erhöhter Maximalleistung hält. 2 x 30 Watt an 8 Ohm und eine
Eingangsselektor für 5 Quellen könnten auch den letzten überzeugen,
sich eine wohlklingende und energieeffiziente Technik in die Wohnung zu
holen!
Bezugsquelle
(Deutschland):
Trends Audio/Deutschland: http://www.trends-audio.de/ta10_info.html
Preis: ca. 180 Euro + Versandkosten, vollkommen unproblematische
Abwicklung!
Technische
Daten:
- 2
x 15 Watt an 4 Ohm (Nutzbar bis ca. 2 x 9 Watt
bei optimalen
Klangeigenschaften
- 2
x 10 Watt an 8 Ohm (Nutzbar bis ca. 2 x 5 Watt bei optimalen
Klangeigenschaften)
- Stromverbrauch:
ca. 3 Watt bei Zimmerlautstärke inklusive Netzteil
- Betriebsspannung:
12 Volt bei Direktversorgung
- Abmessungen: 76 x 46 x 114 mm (B x H x T)
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