Nun ist der Treibhauseffekt
wieder in aller Munde, der mutmaßliche Täter im Fall der derzeit
extremen Wetterlagen in Deutschland und vielen anderen europäischen
Ländern.
Der Treibhauseffekt ist allerdings nur eine physikalische Tatsache,
kann also keine Schuld besitzen. In den nächsten Tagen werden dann
wohl zunehmend die Industrieländer, speziell die Amerikaner genannt
werden und natürlich der Sündenbock Industrie seine Rolle
spielen.
Zu einer Erkenntnis wird man sich wohl nicht durchringen:
Daß
jeder einzelne Mensch aller industrialisierten
Länder viele Rohstoffe und viel Energie umsetzt und dadurch der
Hauptverursacher des anthropogenen (menschgemachten) Treibhauseffekts
ist.
Das unsichtbare Gas
Kohlendioxid,
welches bei der Verbrennung aller fossilen Brennstoffe frei wird,
ist nach heutiger Kenntnis der Hauptverursacher des anthropogenen
Treibhauseffektes, dies mit einem Anteil von ca. 90 Prozent.
Fossile Brennstoffe werden verbrannt, damit wir Energie für
den Betrieb elektrischer Geräte, warme Wohnungen, angenehme
Personentransporte und vielfältige Gütertransporte bekommen.
Dazu werden alle Güter des täglichen Bedarfs mit einem mehr
oder weniger hohen Energiebedarf hergestellt.
Nun kommt die Frage auf, warum niemand über Energiepolitik
spricht. Wo doch Energieerzeugung und -nutzung mit Abstand die
Hauptverursacher des künstlichen Treibhauseffektes sind.
Vermutlich liegt es daran, daß Politiker nicht vermitteln
wollen oder können, daß
Nun drehen sich viele Vorschläge darum, wie man die Ausmaße der Katastrophen in Zukunft vermindern könnte, indem man Dämme baut.
Das wichtigste, allerdings langfristige Ziel, muß die Minimierung der Treibhausgas-Emissionen sein: Diese sind nach heutigem Stand des Wissens der eigentliche Hebel, an dem wir ziehen müssen. Die Entwicklung der nächsten 20-30 Jahre ist gebucht, wenn wir jetzt ein "Weiter-So" betreiben, werden sich frühestmögliche Änderungen entsprechend aufschieben. Alleine die Entwicklung der letzten 20 Jahre sollte doch die Schmerzgrenze für ein Handeln überschreiten!
Es ist derzeit eher die Frage, ob wir Geld, viel Geld
für die Behebung zunehmender Schäden bezahlen oder
ob wir viel Geld für die Vermeidung von Schäden aufwenden.
Stichworte sind im Fall der Hochwasserkatastrophe zerstörte
Straßen, zerstörte Kommunikations-Infrastruktur, zerstörte
Wohnräume, zerstörte Ernten usw. - an jeder Milliarde
Euro Schäden zahlt ein deutscher Haushalt im Schnitt 30 Euro.
Der materielle Wohlstand scheint dann größer, wenn viel
Geld bewegt wird, wenn etwas schief geht, wird`s die
Versicherung bezahlen. Oft wird vergessen, daß man ja auch
sehr viel Geld in die Versicherung eingezahlt hat. Und
eine Versicherung funktioniert nur dann, wenn nicht alle
mit maximalem Schaden betroffen werden!
Wird Geld aufgewendet, erhoben durch eine sinnvolle Ökosteuer
auf Energie, um Schäden im voraus zu vermeiden, sinkt
zwar die verfügbare Geldmenge, gleichzeitig verringern sich
die Beiträge für Versicherungen. Sind die materiellen
Schäden geringer, wird auch das persönliche Leiden geringer:
Das durch die Fluten zerstörte Haus wird vielleicht von der
Versicherung bezahlt, aber das Leiden während einer Rettungsaktion,
die Zeit bis zum Neubau des Hauses, die Verluste an unwiederbringlichen
Gütern wie etwa Fotoalben, usw. ... vermeidet man Katastrophen,
wäre zwar der monetäre Wohlstand eher geringer, der empfundene
Wohlstand, ein allgemeines Wohlbefinden würde eher steigen.
Zu hoffen bleibt, daß sich die folgende Erkenntnis schnellstmöglich
durchsetzt: Langfristig betrachtet wird das Wohlbefinden,
ein ganzheitlicher Wohlstand, nur dann erreicht, wenn wir Menschen
sparsam mit Energie und Rohstoffen umgehen. Dies bei weniger
Geld für Luxus und Schnickschnack, angenehmeren Lebenumständen
und besserer Gesundheit!