"Laß den Menschen zahlen, damit wir ihn krank machen, lass ihn dann zahlen, damit wir ihn wieder gesund machen; aber nicht zu gesund, damit wir länger therapieren können".
Die einzige Chance, die man aus dem Klimawandel herausarbeiten könnte, ist ein Paradigmenwechsel unseres Umgangs mit Energie: Wir müssen begreifen, dass wir entweder sehr viel weniger Energie umsetzen dürfen, Kernenergie wiederbeleben und damit fossile Energien ersetzen oder aber die erneuerbaren Energien in dem notwendigen Ausmaß nutzbar machen. Von letzterem sind wir noch meilenweit entfernt: Wind und Photovoltaik sind als solche weder grundlastfähig noch gibt es derzeit nennenswerte Speicherkapazitäten und -systeme für elektrischen Strom. Kernenergie ist tabu und eine Selbstbegrenzung auf -- etwa für uns Deutsche -- des Energieumsatzes auf ein Drittel gesellschaftlich/politisch nicht durchsetzbar.
Wahrscheinlich muessen wir uns einschränken und die Kernenergie als Brückenschlag zu einer regenerativen Energiewirtschaft für einige Jahrzehnte ausbauen und endlich anfangen, massiv im Bereich der Speichertechnik für Strom und Umwandlungstechniken zur Kraftstoffherstellung aus Solarenergie forschen. Nur dann können wir das wirkliche Problem, unsere derzeitige von Kohle, Erdöl und Erdgas dominierte Energieversorgung, lösen, indem wir sie ersetzen.
Diese, auf eine Vermeidung von Problemen ausgerichtete Strategie ist die einzige Chance, den Klimawandel aufzuhalten. Aber erst 30 oder 50 Jahre, nachdem eine kohlendioxid-neutrale Energieversorgung etabliert wurde. Bis dahin werden wir sowieso noch ein gerüttelt Mass an Anpassungsarbeit leisten muessen, um die Dejustierung des Systems Erde auszugleichen.
Die Klimakrise ist also in ihrem Kern eine Energiekrise, an der jeder von uns mitgestaltet und mitwirkt. Und dieser Teil der Energiekrise ist viel gefährlicher als eine massive Versorgungskrise, die zwar in 30 oder 50 Jahren auf uns zukommen mag, aber in der wir noch nicht so tief drinstecken wie in der Klimakrise.