Bei dieser hohen Zahl der Optionen für die Biomasseherstellung werden zwei Fragen immer drängender: Reichen die Anbauflächen überhaupt aus, damit Biomasse einen nennenswerten Anteil des Energiebedarfs decken kann? Welche Anbaumethoden sind gleichzeitig energieeffizient und auf Jahrzehnte hinaus nachhaltig?
Die Anbauflächen Deutschlands würden nur dann ausreichen, wenn wir unseren Energiebedarf drastisch senken würden. Ein Hektar Wald, nachhaltig genutzt, liefert gerade einmal 2 Tonnen Holz pro Jahr. Bei heutigem Energiebedarf braucht ein Deutscher Energie, die etwa 10 Tonnen Holz entspricht. Also bräuchten wir 5 Hektar Wald pro Bürger - die Fläche, die jedem Bundesbürger im Schnitt zur Verfügung steht, liegt bei gerade einmal 0.4 Hekatar zur Verfügung. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, daß Holz schließlich ein wertvoller Rohstoff für Baumaterialien und Gebrauchsgegenstände ist!
Die Alternative wäre die Nutzung von Hochleistungs-Energiepflanzen. Diese laugen aber den Boden aus, brauchen extrem viel Wasser oder bilden, wenn sie im großtechnischen Maßstab genutzt werden, Monokulturen, die gegenüber einem Schädlingsbefall empfindlich sind.
Es bleibt zu hoffen, daß eine biomassebasierte Energielandschaft nicht zu einem Ausverkauf von Naturlandschaften führt und uns in neue Abhängigkeiten vom Wettergeschehen bringt. Dabei ist auch jede Verbraucherin, jeder Verbraucher gefragt: Wir entscheiden mit unserem Portemonnaie, was die großen Konzerne treiben!